

Gertrud Kolmar wurde in 1894 als älteste Tochter in eine jüdische Rechtsanwaltsfamilie in Berlin geboren. Sie erlernte mehrere Sprachen und war als Dolmetscherin und Erzieherin tätig. Als ihre Mutter 1930 starb, übernahm sie den Haushalt und war als Sekretärin für ihren Vater tätig. Sie veröffentlichte zahlreiche Gedichte in Zeitungen und Anthologien, hielt sich aber den literarischen Kreisen Berlins fern. Nach 1933 blieben Kolmar und ihr Vater als einzige Familienangehörige in Deutschland zurück. 1938 wurden sie evakuiert und in einem "Judenhaus" in Berlin Schöneberg angesiedelt. 1941 wurde Gertrud Kolmar zur Zwangsarbeit in einer Rüstungsfabrik verpflichtet, 1943 wurde sie in Auschwitz ermordet.