

Anne Carson, geboren 1950 in Toronto, unterrichtet heute in Michigan klassische griechische und römische Literatur. In Kanada und den USA wird sie gefeiert als eine der wichtigsten Stimmen der Lyrikszene – sie hat u.a. den Pushcart Prize, den T.S. Eliot Prize, die MacArthur Fellowship und die Guggenheim Fellowship erhalten. Im Frühjahr 2007 wird Anne Carson als Fellow der American Academy Berlin an einer neuen Übersetzung des gefesselten Prometheus von Äschylos arbeiten.
Kern vieler ihrer Werke ist der griechische Gott Eros der Antike, der - nach Platon - das Wesen des Verlangens selbst verkörpert. Das Wort „Eros“ bezeichnet sowohl „Mangel“ als auch „Verlangen“ und enthält so eine Dynamik von nach-etwas-streben oder nach-etwas-greifen. Diese geistige Haltung oder Bewegung beschreibt Anne Carson als die dritte Komponente einer Beziehung: der Raum des Eros hat die Form eines Dreiecks.
Glass, Irony, and God, New Directions, 1995
Eros the Bittersweet, Dalkey Archive Press, 1998
Plainwater, Essays and Poetry, Vintage 2000
The Beauty of the Husband, Jonathan Cape , 2001
If Not, Winter, translations from Sappho, Vintage 2003
Decreation: Poetry, Essays, Opera, A.Knopf, 2005
In Deutsch erschienen Glas, Ironie und Gott (2000) und Rot (2001) beim Piper Verlag.