

Konzept, Regie, Bühne
Nicola Dahlinger
Video
Joanna Kane
Videoschnitt
Marie Chartron
Ton
Sophie Watzlawick
Projektkoordination, Produktion
Catherine Launay
Danke an Judica Albrecht, Sima Abidi, Thorsten Bessel, Gregor Blahak, Caroline Dear, Ellen Esser, Judith Gaida, Daniela Graefe, Andreas Harder, Sönke Hoof, Eve Hurford, Timo Kahlen, Joanna Kane, Annette Leeb, Leslie Malton, Vanessa Mildenberg, Birgit Patzelt, Jurij Poelchau, Jörg Richter, Jeanette Schäfer, Jeanette Sendler, Inge Sievers, Frank Vetter, Sabine von Rothkirch und Murray Watts für ihr Mitwirken.
Eine Produktion von emerging properties - poetry . performance
Mit freundlicher Unterstützung von Kunst:Raum Sylt Quelle, Sylt und The English Theatre Berlin.
In The Glass Essay besucht die Erzählerin nach einer gescheiterten Liebesbeziehung ihre Mutter auf dem Land. Bei ihren einsamen Spaziergängen in der wilden Moorlandschaft und Gesprächen mit ihrer Mutter in der Küche, verknüpft die Erzählerin eigene Erinnerungen mit dem Leben und Werk Emily Brontës.
Als griechische Philologin ist Anne Carson eine Vermittlerin zwischen der Gedankenwelt und dem Sprachgebrauch der Antike und der Moderne. In vielen ihrer Gedichte reflektiert sie das Wesen des Gottes Eros. In dem Namen, dem Wort „Eros“ sind zwei Begriffe enthalten: „Mangel“ und „Verlangen“. Die Dynamik zwischen diesen beiden Zuständen ist Kern von The Glass Essay . Sie zeigt sich in den Erinnerungen an die Liebesbeziehung, im Dreiecksverhältnis der drei Protagonistinnen und an den Grenzen/Schnittstellen zwischen verschiedenen inneren und äußeren Zeiten und Räumen.
Wie man es dreht und wendet, Eros nimmt Raum ein und verkörpert gleichzeitig Leere: in uns, zwischen uns und außerhalb von uns. Die Installation Looking for Anne ist ein Versuch einer solchen Raumerfahrung im Rahmen des Gedichts The Glass Essay. Sie bietet dem Zuschauer an, aktiver Teilnehmer zu sein, das Gedicht zu lesen oder sich in der Installation zu positionieren.
Textauszug
"Es ist bestürzend, es ist ein unvergleichlicher Moment,
wenn der Geliebte eintritt und sagt: Ich liebe dich nicht mehr.
Ich knipse die Lampe aus, lege mich auf den Rücken
und denke über Emilys kalte junge Seele nach.
Wo beginnt der Unglaube?
Als ich jung war,
gab es Stufen von Gewissheit.
Ich konnte sagen, ja, ich weiß, dass ich zwei Hände habe.
Dann erwachte ich eines Tages auf einem Planeten mit Menschen, deren
Hände gelegentlich verschwanden -
Aus dem Zimmer nebenan höre ich meine Mutter sich wälzen und
seufzen und
sich wieder zurückziehen hinter die Schwelle des Schlafs.
Draußen vor dem Fenster ist der Mond nur ein kaltes Stückchen silbrigen
Knorpels tief an den verblassenden Ufern des Himmels.
Unsere Gäste sind dunkel untergebracht, flüsterte ich,
während ich
Durch das Gewölbe blickte...”
(aus: Versuch über das Glas. Glas, Ironie und Gott, Piper Verlag 2001)
“Since we didn't know anything about the performance beforehand we were impressed, surprised, touched. It was like a blind date. Thanks a lot.”
„Danke! Euch allen für dieses Erlebnis. Ich nehme viel mit und habe noch mehr Raum und Zeit als zuvor."